2018

 

MANNHEIMER MORGEN - WALDHOF / GARTENSTADT / LUZENBERG  

GARTENSTADT GOSPEL-CHOR „POWER PEOPLE“ ZEIGT BEIM NEUJAHRSKONZERT IN DER ERLÖSERKIRCHE SEIN STIMMLICHES KÖNNEN

Lebensfreude steckt die Zuhörer an

02. Februar 2018Autor: Christian Hoffmann

Dirigent Daniel Fieß begleitete seinen Chor am E-Piano.

© Hoffmann

 

Manche Menschen, so traurig das klingt, erleben in der eigenen Familie kaum Geborgenheit. Doch als freies soziales Wesen kann sich der Mensch auf die Suche nach Heimeligkeit begeben. „Man hat einen Freundeskreis, Kollegen, vielleicht eine Partnerin“, zählte Moderator Gerd Winter in der alt-katholischen Erlöserkirche auf. Um aus der Gemeinschaft neue Kraft zu schöpfen. In dem Gotteshaus in der Gartenstadt fand das traditionelle Neujahrskonzert des Gospel-Chores „Power People“ statt. Das dennoch heiter ausfiel und nur vereinzelt nachdenkliche Momente bot. Unter dem Motto „Sing Hallelujah!“

Wie schwierig sich der Versuch gestalten kann, einen stabilen Freundeskreis aufzubauen, verdeutlichte Pfarrerin Sabine Clasani mit einer witzigen Kurzgeschichte über die schwergewichtige Kuh Gloria von Kinderbuchautor Paul Maar: Ein rebellisches Tier, das „keine brave Milchkuh werden“ will, seine ursprüngliche Herde verlässt und ins Nilpferdland auswandert.

Ohne überflüssige Technik

Allgemein schätze Theologin Clasani hintersinnige Märchen und Erzählungen sehr. Davor und danach stimmte der Gospel-Chor verschiedene Stücke an wie „Hallelujah, salvation and glory“, „Top of the world“, „I’m always chasing rainbows“ und „Michael rows the boat ashore“. Ohne überflüssige Veranstaltungstechnik und ohne die Unterstützung von Mikrofonen führte das 16-köpfige Ensemble sein Neujahrskonzert auf. Alle Sängerinnen und Sänger vertrauten der naturgegebenen Intensität der menschlichen Stimme.

Wer heutzutage diesen biblisch-hebräischen Ausruf erwähnt, kommt an dem weltlichen Popsong „Hallelujah“ des kanadischen Piano-Barden Leonard Cohen nicht vorbei. In der kleinen blauen Erlöserkirche stimmte daher der Gospel-Chor „Power People“, der im vergangenen Mai 2017 eine viertägige Chorfahrt in die Hauptstadt Berlin samt Besichtigung des Bundestages unternommen hatte, eben diesen viel gesungenen Welthit an.

„Uns Deutschen sagt man nach, keinen Mut zum Humor zu besitzen. Das wird sich heute Abend grundlegend ändern“, erklärte Moderator Gerd Winter amüsiert. Nebenbei erwähnte Winter, welche berühmten Menschen 2018 ein rundes Jubiläum feiern werden: So wird der Schauspieler Klaus Maria Brandauer 75 Jahre alt und der Geburtstag von Karl Marx jährt sich zum 200. Mal. Ein wichtiger Jahrestag findet ebenfalls statt: Martin Luther King wurde vor 50 Jahren ermordet.

In Bezug auf die beiden Nummern „Leben aus der Quelle“ und „Gut, dass wir einander haben“ kommentierte Moderator Gerd Winter: „Es sind zwei Stücke, die damit zu tun haben, was wir uns für einen Neuanfang wünschen.“ In dem Lied „Gut, dass wir einander haben“ lassen sich folgende Zeilen finden: „Keiner widerspricht nur immer, keiner passt sich immer an. Und wir lernen wie man streiten und sich dennoch lieben kann.“

Während des Songs „Smiling“ rieb Sänger Hubert Mühlig mit einem Holzkochlöffel über ein altmodisches Waschbrett. „Wenn man morgens in der S-Bahn fährt, auf dem Weg zur Arbeit, hilft oft ein Lächeln“, empfahl Moderator Gerd Winter, der dazu einlud, den Gospel-Chor mal mittwochs zur Chorprobe in der innenstädtischen Schlosskirche zu besuchen. Mit südamerikanischer Lebensfreude steckten die „Power People“ die Zuhörer mit der Nummer „Latino Hallelujah“ an.

Als Dankeschön für das Engagement verteilte Dirigent Daniel Fieß an seine Schützlinge jeweils ein Päckchen „Glory-Halleluja-Kaffee“ aus der örtlichen Rösterei Moha. Außerdem sang der Klangkörper noch Stücke wie „Nette Begegnung“, „Blue moon“, „Soon and very soon“ und „Clap your hands“.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 02.02.2018

Pressebericht der Rheinpfalz über unser Neujahrskonzert 2018 in Lu-Mundenheim

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